Auch im vergangenen Jahr 2003 gelangten immer wieder Hörbehinderte und deren Angehörige mit den verschiedensten Anliegen und Problemen an uns. Die Zahl der Klienten ist in diesem Jahr leicht angestiegen. Die Probleme haben sich nicht wesentlich verändert. Tendenziell häufen sich Anfragen bei finanziellen Engpässen, verursacht durch die Hörbehinderung. So will die IV eines Innerschweizer Kantons die Finanzierung eines optischen Hilfsgerätes für ein 12-jähriges Mädchen nicht übernehmen. Mit einem Schreiben an die IV gelingt es uns schliesslich, diese amtliche Stelle zur Finanzierung der so dringend benötigten Anlage zu überzeugen. Oft ist der Selbstbehalt von Hörgeräten so hoch, dass ein EL-Bezüger dafür unmöglich selbst aufkommen kann. Mit einem entsprechenden Gesuch kann hier meistens geholfen werden.

Statistik 2003

  Frauen/Mädchen Männer/Knaben Total
IV 20 10 30
AHV 11 4 15
Total 31 14 45

Im vergangenen Jahr suchten 23 Personen neu unsere Beratungsstelle auf (Sozialversicherungsfragen, psychische-, familiäre und finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit). Neben der persönlichen Betreuung standen Gesuche an verschiedene Versicherungen und Institutionen im Vordergrund.

Weiter nahmen 22 bisherige KlientInnen unsere Hilfe in Anspruch. Hier ging es oft um Schwierigkeiten in der Familie, psychische und finanzielle Probleme, Sozialversicherungsfragen.

Bei persönlichen und telefonischen Kurzkontakten erteilten wir vorwiegend versicherungsrechtliche Auskünfte.

Ein Beispiel aus dem Beratungsalltag

Der 10-jährige stark hörbehinderte E. benötigt dringend neue Hörgeräte und eine FM-Anlage. Da der Knabe als Säugling mit einer Hörbehinderung in die Schweiz einreiste, zahlt die IV nicht. Die Hörgeräte werden von der Krankenkasse des Knaben übernommen, nicht aber die FM-Anlage im Betrage von Fr. 3‘200.-. E. besucht die Primarschule an seinem Wohnort. In einem Schulzimmer herrschen naturgemäss Störgeräusche, welche das Verstehen von wichtigen Inhalten massiv stören, vor allem, wenn das Kind eine gewisse räumliche Distanz zum Lehrer hat. Die FM-Anlage, eine Art Funksystem, überträgt die Sprache der Lehrkraft direkt aufs Hörgerät des Schülers. Bei der hochgradigen Hörbehinderung des Knaben ist das sehr wichtig, damit er die Inhalte verstehen und auch dem Unterricht folgen kann.

Mit wirtschaftlichem Geschick gelingt es der Familie mit dem Hilfsarbeiter-Lohn des Vaters schuldenfrei zu leben. Die so dringend benötigte FM-Anlage für Sohn E. kann unmöglich finanziert werden. Das Gesuch für die FM-Anlage an eine Stiftung wurde gutgeheissen. Die FM-Anlage wird nun täglich im Schulunterricht eingesetzt, zur vollsten Zufriedenheit von Schüler und Lehrer.

Viele öffentliche Stellen können sich auf Gesetze und Verordnungen berufen um nichts bezahlen zu müssen. Gerade in solchen Fällen zeigt sich die Wichtigkeit unserer Beratungsstelle mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.

Spätertaubtengruppe

Unsere kleine Gruppe der Spätertaubten schätzt die regelmässigen Treffen zum Gedankenaustausch. Oft können den heute praktisch nichts mehr hörenden Personen Anregungen gegeben werden, die das Leben in der hörenden Welt etwas erleichtern.

Freiwillige BesucherInnen

Neun freiwillige BesucherInnen (acht Damen und ein Herr) bereiten weiterhin vielen einsamen Hörbehinderten mit ihren Besuchen eine grosse Freude. Vielfach ist dies die einzige Abwechslung für gehbehinderte, ältere Menschen in der eigenen Wohnung oder im Heim.

Unzählige unentgeltliche Stunden Freiwilligenarbeit leisten unsere BesucherInnen. Für den riesengrossen, unermüdlichen Einsatz danken wir von ganzem Herzen!

Im Frühling 2003 haben wir unsere langjährige, freiwillige Helferin, Frau Ida Willimann, bei einem Mittagessen verabschiedet. Sie tritt altershalber aus der BesucherInnengruppe zurück. Ida, wir danken dir ganz herzlich für deine jahrelange, unentgeltliche Tätigkeit!

Als Dank luden wir die freiwilligen BesucherInnen auch dieses Jahr wieder zum selbst gewählten Ausflug ein. Mit dem Voralpen-Express fuhren wir über Biberbrugg nach Einsiedeln. Nach dem Znünikaffee besuchten wir das Panorma Kreuzigung Christi, das Diorama Bethlehem und das Mineralienmuseum. Natürlich blieb uns auch Zeit zur Andacht in der Klosterkirche. Nach dem wohlverdienten Mittagessen begaben wir uns auf die äusserst interessante Klosterführung mit Stiftsbibliothek. Natürlich wurde zum Schluss auch noch dem Lebkuchenmuseum einen Besuch abgestattet. Bei Schneegestöber machten wir uns im Eiltempo auf zum Bahnhof und genossen im Trockenen die Heimreise.

Im November traf sich die Gruppe traditionsgemäss nochmals zum Organisieren der Besuche, Klären von Fragen und ganz einfach zum Gedankenaustausch