Organisation für Menschen mit Hörproblemen

Vortrag Hörentwöhnung

Über 20 Personen interessierten sich an diesem Samstagnachmittag für die Ausführungen von Prof. Dr. Martin Meyer und Jolanda Galbier. Die beiden Referentinnen und Referenten verstanden es ausgezeichnet, ihre umfassenden und komplexen Studien in klaren Aussagen und guter Nachvollziehbarkeit darzustellen.

Eine Kurzzusammenfassung könnte in etwa so lauten: Warten Sie nicht die durchschnittlich sieben Jahre, bis Sie sich für ein Hörgerät entscheiden, weil in dieser Zeit das Hirn denkt : »Ah, da kommen keine Reize mehr, oder  zumindest viel weniger, also kann ich diesen Teil des Hirns runterfahren». Jahre der Hörentwöhnung müssen bei verbesserter Hörleistung wieder trainiert werden. Das akustische, beziehungsweise elektrische Signal muss wieder verstanden werden, nicht das Ohr, sondern das Gehirn muss trainieren.

Ein weiterer spannender Aspekt ist der Zusammenhang von audiovisuellem Verstehen, also dem akustischen Signal (audio) und dem visuellen. Die visuellen Signale spielen eine wichtige Rolle beim Verstehen und da wären wir mit einem kleinen Schwenker auch bereits beim Training Lippenlesen.

Am Schluss der Referate beantworteten Frau Galbier und Herr Meyer Fragen aus dem Publikum. Und ein «dankbarer» Tipp von Herrn Meyer zum Schluss: «Das beste Training? Gehen Sie raus unter Leute, pflegen Sie soziale Kontakte, nehmen Sie weiterhin am Alltag teil, ziehen Sie sich nicht zurück.»

 

Michiel Aaldijk
pro audito luzern