Organisation für Menschen mit Hörproblemen

Reformation Schaffhausen

Am Dienstag, 14. November fuhren wir gutgelaunt mit dem Zug nach Schaffhausen. Die Zeit verging im Flug. Das Museum zu Allerheiligen ist im ehemaligen Kloster untergebracht. Der Weg zum Einfang führte durch die sonnendurchfluteten Kreuzgänge an der Kirche vorbei. Die reformierte Kirche wirkte einfach und schlicht im Gegensatz zu unseren pompösen katholischen Kirchen in der Zentralschweiz. Meine Gedanken schweiften in die Vergangenheit. Was hier wohl alles passierte.
Die Ausstellung vom Tagebuch Hans Stockar war sehr interessant. Vor 500 Jahren war der Alltag des Volkes von Angst, Sünden und Hunger geprägt. Als wohlhabender Kaufmann und Politiker erkaufte er sich bei der Kirche frei von Sünden. Mit den Pilgerreisen stieg sein Ansehen.
1529 wurde die Reformation durch den wirtschaftlichen Druck im Rat beschlossen. Von dem Moment endet das Tagebuch des konservativen Hans Stockar. Sebastian Hofmeister wurde in Schaffhausen geboren und trug viel zur Reformation bei. Er reiste nach Basel, Zürich und Luzern. In Luzern wurde er fortgejagt. Er fiel jedoch in Schaffhausen in Ungnade und durfte bei der Einführung nicht mehr zurückkehren.


Es war eine turbulente Zeit. Die Werte von gestern galten heute nichts mehr. Das Leben veränderte sich grundlegend. Die Ansichten wurden moderner und die Kirche verlor an Einfluss. Heute ist diese Vorstellung für uns schwierig nachzuvollziehen.


Im Museum war auch ersichtlich, wie Schaffhausen seit 1850 zahlreiche Fabriken gründete. IWC Uhren, Falken Bier, Watteherstellung, Textilherstellung sind nur einige. Es gab schon 1885 ein Fabrikgesetz. 1944 wurde Schaffhausen durch die Amerikaner bombadiert. Sie haben Schaffhausen mit Deutschland verwechselt. Einige Geschichten von Flüchtlingen erzählte das Museum.
Danach gönnten wir uns ein feines Mittagessen in einem geschichtsträchtigen Restaurant, welches 1945 wieder aufgebaut wurde. Die Altstadt von Schaffhausen bezauberte uns. Durch die Industrie und Wirtschaft war Schaffhausen eine wohlhabendende Stadt. Ein gelungener Ausflug mit eindrücklicher Schweizer Geschichte.

 

Jeannette Belger